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Eindrücke aus der Pfarrkirche

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Weihnachten Pfarrkirche 3

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Christmette 2020 1

Lesen Sie hier den diesjährigen Weihnachtsbrief der Pfarreiengemeinschaft Ebern:

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„Der Albert (Kuhn) hatte ja schon immer eine kleine Krippe hier stehen“ erzählt Klaus Bayersdorfer und deutet in den hinteren Bereich der Kapelle. Die war zwar schön, aber doch recht unscheinbar. Und gerade in diesem besonderen Jahr wo das Käppele für viele zu einem fast schon magischen Anziehungspunkt geworden ist wollten Klaus Bayersdorfer und seine Mitstreiter Matthias Weinfurtner und Robert Lurz den Menschen hier auch in der Weihnachtszeit eine Freude machen.So reifte die Idee für diese Krippe. „Die Kellerhäuschen waren ursprünglich mal für die große Krippe in der Kirche gedacht, aber dafür sind sie zu groß“ berichtet Robert Lurz. So kam eine Idee zur anderen und pünktlich zum 1. Advent steht eine Krippe auf „Eberns heiligem Berg“. Aktuell zeigt die Darstellung die Verkündigung. „Wir wollen verschiedene Darstellungen aufbauen, damit hier immer wieder etwas zu sehen ist“ ergänzt Matthias Weinfurtner die Erklärungen seiner Kollegen.
Dass dieses Projekt den dreien große Freude macht merkt man im Gespräch schnell. Kaum stehen sie an der Krippe geht es mit neuen Ideen los: „da müssten wir“ und „das könnten wir so oder so machen“. Liebevoll dekorieren sie die Figuren kümmern sich um jedes kleine Detail.
Ihre Begeisterung sprang beim Foto-Termin auch gleich auf die 8-jährige Annemarie über, die sich gerne alles genau zeigen und erklären lies.
So hoffen Lurz, Weinfurtner und Bayersdorfer noch vielen Menschen eine Freude zu machen und eine besinnliche Weihnachtszeit

Text und Bild: Katharina Becht

Videos von der Krippe am Kappele

Videos: Klaus Bayersdorfer (Käppelefreunde Ebern)

   

Pastoralreferent Markus Lüttke kommt in unsere PG

Grüß Gott liebe Mitglaubende in Ebern, Jesserndorf und Unterpreppach,

mit dem Neuen Kirchenjahr beginne ich meine neue Arbeitsstelle als PR in Ihrer PG.
Schon seit meiner Kindheit bin ich mit Ebern verbunden über meine Eltern: Gusti und
Gerhard Lüttke. Aufgewachsen in Stuttgart als Schwabe habe ich dort im Dienst als
Ministrant mit Kirche gute Erfahrungen gesammelt. Die Neugier mehr über Religion
zu erfahren hat mich veranlasst Theologie zu studieren. In Würzburg verbrachte ich meine
Studienjahre, trat dann aber meine erste PR-Stelle in Calw im Nordschwarzwald an.
Hier kamen meine beiden Kinder zur Welt. Und als diese über 20 Jahre alt waren, zog es
mich ins Frankenland, um meine Eltern im Alter zu begleiten. So war ich nun 6 Jahre
in Baunach tätig. Bei einer der letzten Dekanatssitzungen wurde mir das Unverhältnis
der HA von Ebern und Baunach bewusst und mein Entschluss, Pater Rudolf unter die
Arme zu greifen, reifte und kam schließlich zur Umsetzung. Ab dem 1. Dezember bin
ich nun mit einer halben Stelle für die Pfarreiarbeit und einem Viertel für Schule angewiesen.

Ich freue ich mich mit Ihnen "Gemeinsam Unterwegs" sein zu dürfen. Mir gefällt der Name
Ihrer PG sehr gut. Er ist ein schönes Bild für Gemeinde, denn: wer gemeinsam unterwegs ist,
der achtet darauf, dass alle, die mitwollen mitkommen, der bewegt sich und verharrt nicht
am Ort, der hat auch ein gemeinsames Ziel - den Glauben an Gott leben und weitergeben.
So möchte ich gern meine Mitarbeit mit Gitarre, frischen Ideen und Engagement bei Ihnen beginnen,

auf gutes und gesegnetes Zusammenwirken

Ihr Markus Lüttke

Auch, wenn heuer alles anders ist und keine Angehorigen zugelassen waren: Katholische Jugendliche feiern trotzdem ihre Firmung. 

Von Rudolf Hein

Ebern - Weihbischof Ulrich Boom reiste extra aus Würzburg an, um zusammen mit Pater Rudolf Theiler den Festgottesdienst zu zelebrieren. Coronabedingt waren genau 62 Gläubige in der Laurentiuskirche zu­ gelassen: 31 Firmlinge und 31 Firmpaten verloren sich im weiten Kirchenschiff, alle auf Abstand, alle mit Mund- und Nasenschutz.
Auf Taufe und Erstkommunion folgt als drittes sogenanntes „Initiations-Sakrament" die Firmung. In diesen drei Stufen sollen die jungen Menschen immer weiter in die Glaubensgemeinschaft hineingeführt werden. Unterstützt werden sie dabei von Firmpate oder Firmpatin.
Zentraler Gedanke des Sakramentes der Firmung ist es, den Firmling in einer besonderen Weise mit dem Heiligen Geist zu beschenken. Als außeres Zeichen und Merkmal legt der Bischof oder Weihbischof dem Firmling die Hand auf und zeichnet mit dem Daumen ein Kreuz aus Chrisam auf die Stirn. Chrisam ist ein vom Bischof geweihtes Öl aus Olivenöl und Balsamharz.
Unter den gegenwartig gültigen Regelungen des Teillockdowns sind Gottesdienste noch erlaubt, aber natürlich mit massiven Einschrankungen. Rigide Abstandsregelungen und Maskenpflicht sind selbstverstandlich. Handeauflegen und Salbung sind untersagt. Als Alternative wird der Chrisam mit Holzstäbchen aus dem Krankenhausbedarf aufgetragen, die rituelle Formel „Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist" entfallt, weil in diesem Moment der Abstand zwischen den Beteiligten einfach nicht grofi genug ist. Auch ungewohnt ist das Fehlen von Ministranten und Weihrauch sowie die Tatsache, dass einzig der Kantor, Kirchenmusiker Wolfgang Schneider, auf der Orgelempore singen darf.
Passend zur Situation in Coronazeiten zog Weihbischof Boom in sei­ner Predigt Vergleiche mit der damaligen Befindlichkeit der Jünger und Anhänger Jesu nach der Kreuzigung. Sie waren, wie viele Menschen heute, verstort und verangstigt und sahen keinen Ausweg aus der misslichen Fage. Den Jüngern erschien damals der auferstandene Jesus als Trost und Feitbild, am 50. Tag der Osterzeit ergoss sich, so berichtet es die Apostelgeschichte, der Heilige Geist als Zei­chen, dass Gott immer in den Men­schen und für die Menschen da sein werde. Beim Firmritual steht der Firmling mit ausgebreiteten Armen und offenen Handen vor dem Bi­schof, Firmpate und Firmpatin daneben, die rechte Hand auf die Schulter des Firmlings gelegt.
Die Botschaft am Ende der Predigt des Weihbischofs ist einfach und verständlich: Da ist einer, der hinter dir steht, der zu euch hält. Geht mit offe­nen Armen und Händen, mit weitem Herzen und voll Freude und Zuversicht in die Zukunft.

Firmung

Sehen Sie hier die Firmung

Ebern Am letzten Tag der Freibadsaison 2020 feierten unter großer Beteiligung die Eberner Christen einen Dankgottesdienst im Freibad. Er gab Anlass, Rückblick zu halten, zumal der ökumenisch geplante Anfangsgottesdienst wegen Corona nicht gefeiert werden durfte. Bürgermeister und Stadtrat brachten mit dem Freibadteam den Mut auf, das Bad an Fronleichnam bei 13 Grad zu öffnen. Eine gute Entscheidung, denn es wurde eine hervorragende Saison. Viele schöne Tage die unter gegebenen Hygienevorschriften gut gemeistert wurden. Pfarrer Rudolf Theiler gedachte in der Feier des Themas Wasser und seine Bedeutung für das Leben. So wie das Wasser trägt, trägt uns auch der Glaube, das Vertrauen in unseren himmlischen Vater- auch gerade in schwierigen und stürmischen Zeiten. Anwesende Kommunionkinder, die besonders eingeladen waren, durften sich eine Belohnung abholen.

Rentweinsdorf Korona beeinflusst auch unser kirchliches Leben und bewirkt neue Ideen. Dazu gehört, dass Gottesdienste und Eucharistiefeiern an verschiedenen Orten gefeiert werden. Längst Gewohnheit ist, dass die Feiern open air innerhalb der PG Ebern, Jesserndorf und Unterpreppach stattfinden. Dazu gehört auch Rentweinsdorf. Freiherr und Freifrau von Rotenhan haben dankenswerterweise den Schlosspark geöffnet. Auch die Gläubigen der Kirchengemeinde Rentweinsdorf haben sich angeschlossen. Pfarrer P. Rudolf Theiler freute sich mit Pfarrer Gerhard Barfuß ca. 200 Gottesdienstbesucher im herrlichen Ambiente zu einem beeindruckenden Gottesdienst in ökumenischerVerbundenheit begrüßen zu können. Eingeladen waren auch die Kinder zu einem Kindergottesdienst im Schlosshof. Die Tageslesung war dem Paulusbrief an die Römer entnommen. Darin heißt es: „Die Leiden der gegenwärtigen Zeit bedeuten nichts im Vergleich zur Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll.“ Pfarrer Barfuß erinnerte in seiner Predigt an die Bedeutung und Notwendigkeit des Sonntags.

Foto und Text: Neugebauer

Zur Zeit der Ausgangsbeschränkung und des Verbots, öffentliche Gottesdienste zu halten, hat das Läuten der Kirchenglocken eine verstärkte Bedeutung erhalten.

Als Zeichen der kirchlichen Gebetsgemeinschaft wurde zum Beispiel zu einer festgelegten Zeit geläutet, zu der sich jeder erinnern sollte, dass die Menschen jetzt das Gleiche tun, im Gebet vereint sind und so Gemeinschaft stiften. Sonst wird dieses Läuten oft als nervig empfunden oder kaum beachtet. Vielleicht war das auch wieder mal eine Anregung, über das Läuten nachzudenken.

Das Läuten strukturiert seit Jahrhunderten für uns Menschen den Tagesablauf, Arbeitsbeginn, Mittagessen, Feierabend.

Ursprünglich erklang das Läuten als Aufforderung zum Gebet und Innehalten – als Aufforderung zum Gedächtnis an die Auferstehung, das Kreuzesleiden und die Menschwerdung Christi. Die ursprüngliche Funktion der Glocken finde ich wunderbar:

Sie wollen uns mal kurz aus dem Alltag läuten.

Sie halten uns dazu an, den Blick über den Tellerrand zu wagen.

Sie wollen uns helfen, das große Ganze nicht aus den Augen zu verlieren.

Dass es da noch etwas Wichtigeres gibt, das auf uns wartet. Dass wir nicht allein sind. Dass Jesus für uns Mensch geworden ist. Dass wir das ewige Leben haben werden. Wer das glauben kann, hat es gut!

Lassen Sie sich doch mal darauf ein, beim nächsten Glockengeläut kurz innezuhalten, vielleicht den Blick nach oben zu wagen und auf das zu hören, was Ihr Herz in diesem Moment bewegt, wenn Sie durch die Glocken unterbrochen werden.

Die Glocken läuten, Herr, nun gib mir Stille.

Ich bin ein kleiner Ton im Lobgesang.

Ich will Danklied sein.

Die Glocken läuten, Herr,

nimm mir die Furcht, die Enge und leite aus kargem Boden mich auf guten Grund.

Nun sei mir Segen. Komm du mir entgegen, gib mir Gewissheit, trag die Zweifel fort.

Die Glocken läuten, Herr.

Woher wir kamen, was gestern war, was uns die Woche bringt:

Die Glocken läuten, Herr,

Die Schöpfung singt.

An Fronleichnam ist es Tradition: eine Prozession, die sich durch die Straßen schlängelt. In diesem Jahr wird dies zum ersten Mal ausfallen. Das schmerzt auch Pater Rudolf Theiler. Aber wenigstens findet der Gottesdienst statt. Von Christiane Tangermann Ebern – „Das ist einmalig, das ist nie dagewesen, dass die Fronleichnamsprozession abgesagt wurde“, sagt Pfarrer Pater Rudolf Theiler von der Pfarrei Sankt Laurentius in Ebern. Damit drückt er die große Enttäuschung seiner Kirchengemeinde aus. Nach einer langen Zeit des Verzichts auf menschliche Nähe ist die Sehnsucht nach Gemeinschaft und Gemeindeleben stark. Dabei gibt die traditionelle Fronleichnamsprozession ein so prachtvolles, buntes Bild ab, wenn sich der Zug durch Ebern bewegt. Vornweg gehen die Kommunionkinder, die Blumen streuen. Dann folgen die Jugendgruppen, wie die Pfadfinder. Die Ministranten schwenken den Weihrauch. Das Blasorchester Ebern, das in diesem Jahr sein 60. Jubiläum feiert, ist immer mit dabei. Bischof Franz Jung ehrte 2019 einige Musiker, die bereits seit 50 Jahren in den Fronleichnamsprozessionen mitwirken. Unter einem Baldachin, auch der Himmel genannt, befindet sich das, was das Besondere an dieser Prozession ist: eine Monstranz, ein wertvolles Gefäß, in dem die geweihte Hostie mitgetragen wird. Die Monstranz zu halten ist eine Ehrenaufgabe. Theiler schätzt die Zahl der Teilnehmer an der jährlichen Prozession auf im Schnitt 300. Die Straßen sind mit Fahnen und Blumen geschmückt. Nach der Monstranz folgt der Bürgermeister mit der Amtskette und der Stadtrat. Es schließen sich christliche und weltliche mit Fahnen umrahmte Vereine an, wie die örtliche Feuerwehr, das Kolpingwerk und Frauengruppen. Die Prozession ist sicherlich ein Fest für Augen, Ohren und Herz. Theiler sagte, es könne in Städten wie Bamberg, in denen es viele Touristen gibt, manchmal vorkommen, dass es mehr Zuschauer an den Straßenrändern als Teilnehmer an der Prozession gibt. Den ersten, von den Familien Gerstenkorn und Stäber geschmückten Altar erreicht die Prozession von der Kirche aus am „Weltladen“. Den Altar am Krankenhaus, wo besonders für die Kranken gebetet wird, hat Familie Genslein hergerichtet. Der Altar am Kindergarten wird vom Kindergartenteam geschmückt. Der Zug bewegt sich dann durch die Häffner Gasse zu einem von der Familie Holzinger nur mit Rosen geschmückten Altar. Besonders für Kinder ist es erfahrungsgemäß eindrucksvoll, mit vielen anderen einen Gottesdienst im Freien zu feiern und singend durch die Straßen zu ziehen. Heute sieht die Prozession anders aus als noch in den 70er Jahren. Weniger Menschen ziehen noch mit. Auch steht heute in erster Linie die Verehrung des Allerheiligsten und das persönliche Glaubenszeugnis, das Beten und Singen im Mittelpunkt, erklärte Hafenecker, Leiter des Heimatmuseums. Der Ursprung geht auf eine Vision der Ordensfrau Juliana von Lüttich im 13. Jahrhundert zurück. Der Überlieferung nach sah sie eine dunkle Stelle in der Vollmondscheibe und erkannte darin das Fehlen eines besonderen Festes im Kirchenjahr zu Ehren der Eucharistie (Abendmahl). Papst Urban IV. erhob es zum Fest für die ganze Kirche. Nach katholischem Glauben wandeln sich Brot und Wein in die „sakramentale Gegenwart“ von Leib und Blut Christi, sobald der Priester die biblischen Abendmahls- Worte spricht. Christi Gegenwart bleibt im Brot und Wein über den Gottesdienst hinaus bestehen. In der geweihten Hostie verlässt Christus bei der Prozession das „fanum“ (lat. Tempel, geweihter Ort) und durchzieht das „profanum“ (ungeweihten Boden). Das heißt, Christus selbst wird durch die Stadt geführt. Die Menschen hatten im Mittelalter so große Ehrfurcht vor der Hostie, dass man kaum wagte, sie zu empfangen. Schon früh wurden jene kostbaren Schau-Gefäße (Monstranzen) angeschafft, in denen die Hostien zur Anbetung auf dem Altar aufgestellt werden und die Menschen sie sehen konnten. In Ebern gehören Prozessionen seit Jahrhunderten zum kirchlichen Leben. Der Vikar Konrad Kautor gab im 15. Jahrhundert 40 Gulden, sodass an allen Sonntagen nach der Vesper – außer an den hohen Feiertagen – eine Prozession um die Kirche herum, dann zum Ossarium und zurück in die Kirche zum Altar der Gottesmutter gehalten werden sollte. 1482 genehmigte Bischof Rudolph diese Andacht und gewährte einen 40-tägigen Ablass für alle Förderer und Teilnehmer dieser Prozession. Die 40 Gulden wurden gegen Zins verliehen und man legte genau fest, dass der Kaplan einen Gulden erhält, dass ein Viertel Gulden an die Kirche, an den Schulmeister und an denjenigen geht, der während der gesamten Prozession die Glocken läutete. Luther lehnte die Fronleichnamsprozession ab, da es für ihn keine entsprechende biblische Grundlage gab. Ende des 16. Jahrhunderts wurde aber im Konzil von Trient die Prozession als Element des gelebten Glaubens bestätigt und wurde seitdem noch stärkere beachtet. Mit größerem Aufgebot und Aufwand zeigten die Katholiken ihren Glauben. Subdiakone, Diakone, Priester, Nonnen, Mönche und Messdiener zogen mit Fahnen, Schellen und Weihrauch, begleitet von den Honoratioren und Erstkommunikanten, geordnet nach Ständen, Verbänden und Vereinen. Betend und singend begleiteten sie das Allerheiligste durch festlich geschmückte Straßen. Maria Magdalena Müller, Tochter des letzten Eberner Stadtkirchners, berichtete 2002, dass die Fronleichnamsprozession in der Nazizeit nicht durch das Zentrum der Stadt ziehen durfte. Die Altäre wurden dann an folgenden Orten aufgebaut: der erste Altar am Ossarium, der zweite am Käppele, gegenüber der heutigen Realschule (nicht mehr vorhanden), der dritte am Käppele in der Lützeleberner Straße und der vierte Altar beim Haus von Baptist Einwag. Nach dem Krieg kam es zu der folgenden Regelung durch Dr. Haller, Pfarrer in Ebern: O erster Altar am Finanzamt – er wurde von der Familie MartinMüller gestaltet; O zweiter Altar bei Haus von Adam Schmitt (mit dem Bild des Heiligen Laurentius aus dem Pfarrhaus, das heute im Altarraum hängt); O dritter Altar bei Familie Steppert (mit dem Bild des auferstandenen Christus); O vierter Altar, befindlich bei Familie Merkl mit einem silbernen Kreuz und Leuchter.

Die Entscheidung, alle Prozessionen undWallfahrten 2020 wegen der Covid19-Pandemie abzusagen, ist der Diözese Würzburg sicherlich nicht leichtgefallen. Aber der Schutz der Teilnehmer vor Infektion hat Vorrang – und auch Pfarrer Theiler wird deshalb Gottesdienste weitgehend im Freien abhalten. Er bedauert jedoch, dass auch unter Einbehaltung der Abstands- und anderer Auflagen nur bis 50 Personen an einem Gottesdienst im Freien teilnehmen dürfen, während bei weltlichen öffentlichen Veranstaltungen bis zu 100 Personen und bei politischen Demonstrationen sogar bis zu 1000 Personen zugelassen sind.

Die Kanonen schweigen

Heute dürfen Kanonen während der Fronleichnamsprozession nicht mehr schießen. Ingo Hafenecker berichtet, wie es dazu kam, dass der lange gepflegte Brauch des Abschießens von Kanonen während der Prozession eingestellt wurde. Manche älteren Teilnehmer vermissen heute diese Böllerschüsse aus den beiden der Stadt gehörenden Kanonen aus dem 19 Jahrhundert. Man könnte meinen, dieses Böllerschießen sei stets als Ehrensalve für den himmlischen König gedacht gewesen, so wie es bei den Gebirgsschützen ist, die an jedem der vier Altäre beim Segen Salut schießen – doch dieser Gedanke wäre fatal. In Ebern hatte das Böllerschießen einen ganz profanen Grund: Es war ein akustisches Signal, um bei dem langen Zug der Gläubigen mit ihren Fahnen, Bildern und Figuren den hinten marschierenden anzuzeigen, wann sie sich vor dem Evangelium bekreuzigen und während des eucharistischen Segens knien mussten – so wie es im Gottesdienst die Wandlungsglocke tut. Bis Ende der 1950er Jahre verwendete man dazu zwei fahrbare Böllerkanonen, die von einem Altar zum anderen gefahren wurden. Dann passierte das Missgeschick, dass einmal der Kanonier die vom ersten Schuss noch heiße Kanone zu früh nachlud, so dass sich das Pulver entzündete und der Schuss den Mann so verletzte, so dass er einen Arm verlor. Daraufhin durfte mit den Kanonen nicht mehr geschossen werden und man schaffte einen einfachen, stationären, TÜV-geprüften Böller an, der seitdem auf dem alten Sportplatz per „Fernbedienung“ mittels Zugschnüren von eigens geprüften Schützen abgeschossen wurde. Die Möglichkeiten der Kommunikation sind heute mit Handy kein Problem mehr, so dass die Böller ausgedient haben; jetzt liegen beide verpackt im Bauhof.

Der Open-Air-Gottesdienst in Fierst bot eine idyllische Kulisse in der Natur.

Fierst — Aufgrund der Corona-Krise bietet die Pfarreiengemeinschaft Ebern-Unterpreppach-Jesserndorf derzeit Open-Air-Gottesdienste an. Hierbei wird Wert darauf gelegt, dass auch die einzelnen Ortsteile miteingebunden werden. So fand am vergangenen Dreifaltigkeitssonntag ein Open-Air-Gottesdienst mit Pfarrer Rudolf Theiler im Eberner Ortsteil Fierst am Feuerwehrhaus statt. Der Gottesdienst war gut besucht, sowohl von den Fierster Einwohnern, denen man mit dem Gottesdienst für ihr Engagement in der Kirchengemeinde danken wollte, als auch von auswärtigen Gläubigen. Der morgendliche Regenschauer endete rechtzeitig, sodass der Gottesdienst um 10 Uhr im Trockenen gefeiert werden konnte. Mit Glockengeläut, Vogelgezwitscher und einem gelegentlichen Quaken vom angrenzenden Löschteich her bot sich eine richtige Idylle als Hintergrund für diesen Gottesdienst in der Natur unter freiem Himmel. Die Sicherheit der Besucher steht auch bei den Open-Air-Gottesdiensten an erster Stelle. So gehören unter anderem die Einhaltung des Mindestabstands, das Tragen einer Schutzmaske, die maximale Teilnehmerzahl sowie die Erfassung der Kontaktdaten für die Gottesdienstbesucher zur Routine.

 

von: JANINA REUTER-SCHAD

Die Idee kam von Pater Theiler. Statt eines durch viele Vorgaben stark eingeschränkten Gottesdienstes in der Kirche besser einen Automobil-Gottesdienst unter freiem Himmel abhalten. Pfarrer Bernd Grosser sah das auch so. Die höchste Hürde, die Genehmigung durch das Landratsamt, konnte mit vereinten Anstrengungen auch genommen werden, die Feuerwehr fand sich bereit, die Einweisung der Autos und andere technische Hilfe zu übernehmen, das Zeltlagerteam unter Führung von Markus Appel kümmerte sich um den Aufbau von Zelten. Nach vielen Wochen mit Videogottesdiensten wurde endlich wieder zusammen gefeiert, ökumenisch und im Auto.

Die ersten Autos standen schon seit dem Vorabend auf dem großen Parkplatz. Bis zum Beginn des Gottesdienstes hatte Erster Kommandant David Pfeufer von der Eberner Feuerwehr 57 ankommende Fahrzeuge gezählt. Hinzu kamen noch Zaungäste am Rande des Geländes, die wenigen Stühle waren alle besetzt.

Als Willkommensgruß läuteten die Glocken beider Kirchen unisono und ausdauernd. „Glocken sind nicht evangelisch oder katholisch. Sie sind hörbares Zeichen, dass wir als Christen zusammenstehen und zusammengehören“, sagte Pfarrer Grosser in seiner Begrüßung. Musikalisch hieß eine Abordnung des Posaunenchors Ebern die Gläubigen willkommen, die Band „Unterwegs“ begleitete die Lieder, die gemeinsam gesungen wurden – etwas gedämpft durch Autoscheiben und Masken, aber weithin vernehmbar. Noch viel weiter schallten aber die 57 Hupen in den Autos, wenn sie alle gemeinsam betätigt wurden, zum Beispiel beim tagesaktuellen Hupgruß an alle Mütter.

Die Veranstaltung war als Helfer-Dank-Gottesdienst konzipiert und stand unter dem Motto „Alles zu seiner Zeit“.  Zentrale Themen waren die Wertschätzung der Rettungsdienste und aller besonders Belasteten in der Corona-Krise, denen Dank ausgesprochen und Gottes Segen vermittelt werden sollte. Man wollte auch Zeichen ökumenischen Verbunden-Seins durch die Übergabe der Osterkerzen, des Nagelkreuzes von Coventry und des Scherbenkreuzes zeigen.

In den Mittelpunkt der Predigt setzte Pfarrer Bernd Grosser die Jesusgeschichte um Maria und Marta. Als Jesus mit seinen Jüngern zu Besuch kommt, nimmt Marta, die „Herrin“ und „Managerin“ die Besucher gastlich auf und kümmert sich um Speis und Trank, während Maria eher „chillt und abhängt“, Jesus bewundert und ihm zuhört. Marta beklagt sich bei Jesus über das untätige Schwesterlein, erhofft, dass sie als die „Systemrelevante“ nun Dank und Anerkennung erhält. Jesus denkt und handelt aber nicht in einfachen Kategorien wie Schwarz und Weiß, er differenziert, sieht Zwischentöne. Marta kümmert sich vorbildlich, sie arbeitet und plagt sich, verliert aber das Wesentliche aus den Augen. Manchmal muss man auch eine Wahl treffen, sich dafür entscheiden, still zu sitzen und zuzuhören, etwas für sich selbst zu tun, einen Moment innezuhalten.

Diese Aussage der Jesusgeschichte lässt sich in vielerlei Hinsicht auf die gegenwärtige Situation übertragen, auf Menschen, die durch Kurzarbeit unter psychischer Belastung stehen, auf die Oma, die sich schon lange nach ihren Enkeln sehnt, auf den alten Mann im Altenheim, der keinen Besuch mehr erhält und auf viele Menschen mehr.

Hatte das Wetter anfangs noch freundlich ausgesehen, wurde es während der Predigt nötig, die Regenschirme auszupacken oder das Schiebedach des Autos zu schließen, die Feuerwehr baute unter Mitarbeit des Bürgermeisters Hennemann schnell noch ein Schutzzelt für den Posaunenchor auf. Trotzdem setzt Pater Theiler auch in den künftigen Wochen auf Open-Air-Veranstaltungen in Unterpreppach. Der katholische Pfingstgottesdienst wird auf dem Eberner Friedhof stattfinden. Dort können viele Menschen im gehörigen Abstand stehen, und die Lautsprecheranlage ist kräftig genug, dass jeder Anwesende das gesprochene Wort verstehen kann

Hier finden Sie das Hirtenwort zum download:

Gemeinsames-Wort-der-Kirchen-zur-Corona-Krise_20-03.pdf

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